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Abmahnung im Social Media: Wenn die Agentur falsche Musik nutzt

Abmahnung im Social Media: Wenn die Agentur falsche Musik nutzt

AI
Zusammengefasst:
Nutzt Ihre Social-Media-Agentur unerlaubt geschützte Musik für Ihre Beiträge? Erfahren Sie, warum Sie als Geschäftsführer haften und wie Sie teure Abmahnungen effektiv vermeiden.
Kategorie:
Social-Media-Marketing

Die Nutzung von Social Media gehört für österreichische Unternehmen zum Standard im modernen Marketing. Doch auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder LinkedIn lauert eine rechtliche Falle, die gravierende Konsequenzen nach sich ziehen kann. Viele Agenturen verwenden für die Videos ihrer Kunden trendige Musikstücke, ohne die dafür notwendigen kommerziellen Lizenzen zu besitzen. Das Resultat ist eine kostenpflichtige Abmahnung im Social Media, die direkt den Geschäftsführer des betroffenen Unternehmens trifft.

Warum droht Unternehmen bei Musik in Social Media eine Abmahnung?

Eine Abmahnung im Social Media droht Unternehmen immer dann, wenn sie geschützte Musikstücke ohne ausdrückliche kommerzielle Lizenz in ihren Beiträgen oder Werbeanzeigen verwenden. Die privaten Nutzungsrechte, die Plattformen wie Instagram für normale Nutzer bereitstellen, gelten rechtlich nicht für gewerbliche Accounts.

Werbeagenturen nutzen oft den privaten Musik-Katalog von Plattformen, um von aktuellen Trends zu profitieren und schnelle Reichweite zu generieren. Für Unternehmen ist diese Praxis jedoch illegal. Das Urheberrecht unterscheidet strikt zwischen privater und geschäftlicher Nutzung. Sobald ein Beitrag der Bewerbung von Dienstleistungen oder dem Imageaufbau dient, liegt eine kommerzielle Nutzung vor.

Plattenfirmen und Verwertungsgesellschaften setzen hochentwickelte Algorithmen ein, um Urheberrechtsverletzungen auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder LinkedIn aufzuspüren. Diese Systeme vergleichen die Tonspur von Videos mit geschützten Musikdatenbanken. Sobald ein Treffer auf einem gewerblichen Account registriert wird, erfolgt die automatisierte Weiterleitung an spezialisierte Anwaltskanzleien. Die Folge sind Abmahnungen, die Schadensersatzforderungen im vier- bis fünfstelligen Eurobereich beinhalten können.

Wer haftet, wenn eine Agentur geschützte Musik für Ihr Unternehmen nutzt?

Im Außenverhältnis haftet immer der Inhaber des Social-Media-Kanals, also Ihr Unternehmen, für Urheberrechtsverletzungen. Sie können sich gegenüber dem abmahnenden Urheberrechtsinhaber nicht darauf berufen, dass eine externe Agentur den Beitrag erstellt und veröffentlicht hat.

Als Geschäftsführer sind Sie der primäre Adressat der Unterlassungserklärung. Das bedeutet, dass Ihr Betrieb die Kosten für die Abmahnung im Social Media und den geforderten Schadensersatz vorerst bezahlen muss. Ob Sie diese Kosten im Nachgang von der verantwortlichen Agentur zurückfordern können, hängt von den vertraglichen Vereinbarungen ab.

Die Annahme, dass die ausführende Marketingagentur im Schadensfall automatisch die Kosten trägt, ist ein folgenschwerer Irrtum. Verträge für Dienstleistungen im Social-Media-Marketing enthalten oft Klauseln, die die Haftung für bereitgestellte Inhalte einschränken oder unklar regeln. Liegt keine eindeutige Freistellungsvereinbarung vor, trägt Ihr Unternehmen das volle finanzielle Risiko. Selbst bei einer klaren vertraglichen Regelung bedeutet der Regressprozess einen erheblichen bürokratischen und zeitlichen Aufwand für Ihre Rechtsabteilung.

Wie erkennen Sie urheberrechtlich sichere Musik für geschäftliche Beiträge?

Urheberrechtlich sichere Musik für geschäftliche Beiträge erkennen Sie an einer explizit ausgewiesenen Lizenz für die kommerzielle Nutzung. Diese Lizenzen müssen die Nutzung im Social-Media-Bereich und die weltweite Verbreitung rechtlich abdecken.

Die Verwendung von Standard-Audiotheken, die in den Plattformen integriert sind, ist für Firmenkanäle meist unzulässig. Stattdessen sollten Sie auf spezialisierte Anbieter von lizenzfreier Musik setzen. Plattformen wie Artlist, Epidemic Sound oder Storyblocks bieten spezielle Lizenzen für Unternehmen an.

Wichtig ist hierbei, dass die Agentur die Lizenz für Ihr konkretes Projekt erwerben und auf Ihren Firmennamen registrieren muss. Ein bloßes Abonnement der Agentur reicht oft nicht aus, um Ihr Unternehmen rechtssicher abzusichern. Jedes Musikstück muss für Ihren spezifischen Kanal lizenziert sein.

Ein häufiger Fehler liegt in der Fehlinterpretation von Begriffen wie lizenzfrei. Lizenzfreie Musik bedeutet nicht, dass diese kostenlos oder ohne Bedingungen genutzt werden darf. Es bedeutet lediglich, dass nach dem Erwerb der Lizenz keine laufenden Gebühren an Verwertungsgesellschaften gezahlt werden müssen. Achten Sie darauf, dass die Agentur Ihnen beim Kauf des Audiotracks das zugehörige Lizenzzertifikat übergibt. Dieses Dokument dient bei einer eventuellen Prüfung als wichtigster Nachweis für Ihre Rechtskonformität.

Welche Schritte mindern das Risiko für eine Abmahnung auf Social Media?

Das Risiko für eine Abmahnung auf Social Media mindern Sie durch den systematischen Einsatz von Freigabeprozessen und klaren vertraglichen Haftungsregelungen mit Ihren Dienstleistern. Eine lückenlose Dokumentation aller verwendeten Musiklizenzen ist für jedes veröffentlichte Video zwingend erforderlich.

Um Ihr Haftungsrisiko zu minimieren, sollten Sie folgende Maßnahmen in Ihrem Unternehmen etablieren:

  1. Agenturverträge anpassen: Vereinbaren Sie schriftlich, dass die Agentur die alleinige Verantwortung für die Klärung sämtlicher Urheberrechte trägt und Sie im Schadensfall vollständig schad- und klaglos hält.
  2. Freigabeprozesse einführen: Lassen Sie sich vor jeder Veröffentlichung die schriftliche Lizenzbestätigung für die verwendete Musik vorlegen.
  3. Eigene Audio-Bibliotheken nutzen: Verpflichten Sie Ihre Dienstleister dazu, ausschließlich Musik aus von Ihnen bereitgestellten und lizenzierten Musikdatenbanken zu verwenden.
  4. Altfälle prüfen: Lassen Sie bestehende Videos auf Ihren Kanälen nachträglich prüfen und löschen Sie im Zweifel ältere Beiträge, für die keine eindeutige kommerzielle Lizenz vorliegt.

Durch diese klaren Strukturen sichern Sie Ihre Marketingaktivitäten rechtlich ab und vermeiden unvorhergesehene Kosten. Ein professioneller Umgang mit Musiklizenzen schützt die Reputation Ihres Unternehmens und spart wertvolle Ressourcen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Musiklizenzen im Social Media

Kann ich Musik nutzen, wenn der Beitrag kein Geld einbringt?

Nein, auch ohne direkte Verkaufsabsicht gilt die Nutzung auf einem Unternehmensprofil als kommerziell. Sobald ein Kanal ein Impressum benötigt oder der Markenbildung dient, ist die Verwendung privater Musiktitel untersagt.

Reicht ein Hinweis auf den Künstler im Beitragstext aus?

Nein, die Nennung des Künstlers oder Urhebers ersetzt keine gültige Lizenz. Ohne die schriftliche Zustimmung des Rechteinhabers bleibt die Nutzung des Musikstücks eine Urheberrechtsverletzung, die abgemahnt werden kann.

Was kostet eine typische Abmahnung wegen falscher Musiknutzung?

Die Kosten einer Abmahnung im Social Media variieren je nach Bekanntheit des Musikstücks und der Reichweite des Beitrags. In der Praxis liegen die Forderungen für Anwaltsgebühren und Schadensersatz meist zwischen 1.500 und 15.000 Euro pro genutztem Song.

Können ältere Beiträge auf Social Media nachträglich abgemahnt werden?

Ja, Urheberrechtsverletzungen verjähren im Regelfall erst nach drei Jahren zum Jahresende, beginnend mit der Kenntnis des Verstoßes. Ältere Videos ohne gültige Lizenz stellen daher ein dauerhaftes finanzielles Risiko dar.

Junger Mann mit Brille und weißem Hemd lächelt, während er an einem Laptop arbeitet.
Verfasst von
Matthias Wurzer
Geschäftsführer
Beiträge von WEKTUS Marketing GmbH

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